Musik vom Herzensgrund

 

Licht neben Dunkelheit

 

 

Ich sehe Licht und Dunkelheit. Ich sehe Stille neben Geschwätzigkeit.

Ich sehe Hass neben Sonnenschein. Ich sehe Ehrlichkeit neben der Pein.

Ich sehe Sanftmut und Brutalität. Ich seh‘ Berechnung neben Naivität.

Ich höre Lügen neben der Wahrheit, Verschleierung neben der Klarheit.

 

Was mich so stark verwirrt, ist die Macht, nach der man giert.

Wie man die Ander‘n dabei belügt, sich doch selbst genauso betrügt.

 

Ich sehe Menschen, die gebrochen sind, die ich gebrochen viel gesünder find‘.

Ich sehe Menschen auf dem Weg zum Erfolg, die Zerstörung ist nicht ungewollt.

 

Was mich so stark verwirrt, ist die Macht, nach der man giert.

Wie man die Ander‘n dabei belügt, sich doch selbst genauso betrügt.

 

Dieses Gerede anzuhören, der Versuch uns zu betören,

indem sie Schlechtes zu Gutem verklären wollen, wir ihnen noch glauben sollen.

 

Ich sehe Menschen und fühl mich allein. Ich lausche überall auf ein Nein.

Meine Seele hört viel zu gut. Den Meisten fehlt der Mut.

 

Was mich so stark verwirrt, ist die Macht, nach der man giert.

Wie man die Ander‘n dabei belügt, sich doch selbst genauso betrügt.

 

 

 

Ralf Matti Jäger 

Text vom 3.4.2026

 

STURM

 

Wir haben neuerdings wieder Recht. Wir ergreifen wieder Partei.

Von oben herab, hart und gerecht. Wieder im alten Brei.

Wir hassen wieder mit alter Kraft. Der Feind ist nun mal der Feind.

Hier Gut, da Böse, ein Spalt, der klafft. Ist doch nicht so gemeint.

 

Ein Sturm fegt durch die Welt. Die Menschen sind wie verhext.

Die Lüge, die allen gefällt. Die Kälte, die verletzt.

 

Wir haben dem Baum lang nicht mehr zugehört. Die Natur ist uns fremd und fern.

Wir waren von schönen Bildern betört. Wir glaubten ihnen nur zu gern.

Auf Geld und Konsum früh eingeschworen. Das Lebensgefühl fühlt schief.

Die Verbindung war schon so lange verloren. Die Spaltung in uns ganz tief.

 

Ein Sturm fegt durch die Welt. Die Menschen sind wie verhext.

Die Lüge, die allen gefällt. Die Kälte, die verletzt.

Ein Sturm fegt durch die Welt. Die Menschen sind wie verhext.

Die Lüge, die allen gefällt. Die Kälte, die verletzt.

 

Ich schaue dir ins Gesicht. Und sehe wie deine Seele zu mir spricht.

Die Wärme der Herzen ein Steg. Der Sturm fegt sie hinweg.

 

Wir sind jetzt wieder in der Angst. Wir sind wieder Mitläuferinnen.

Mitgefühl, das du nur noch kannst für die deinen und nur in dir drinnen.

Wir sind viel schwächer, als jemals gedacht. Wir waren niemals frei.

Verzeihen und Lieben, wie wird das gemacht? Ein ungehörter Schrei.

 

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Der Frühling kommt auch jedes Jahr.

Die Wärme dagegen gesetzt. Den Hass vergeben sogar.

Ein Sturm fegt durch die Welt. Die Menschen sind wie verhext.

Die Lüge, die allen gefällt. Die Kälte, die verletzt.

 

Ralf Matti Jäger

 Text vom 6.4.2022